


Der berühmte Schriftsteller Paul Coelestin Ettighoffer, damals mit noch nicht ganz 22 Jahre, war Leutnant und befeh-
ligte einen Zug in der 7. Kompanie des RIR Nr.258.
In einem seiner veröffentlichen Bücher schreibt er über die Schlacht bei Seicheprey in der er als Stoßtruppführer mit-
gewirkt hat.
[…] Das letzte Kriegsjahr beginnt.
Man teilt uns mit, daß vor uns Amerikaner vermutet werden, ganz frische amerikanische Hilfstruppen, die hier einen
Angriff wagen sollen. Wirklich, das neue Jahr beginnt ausgezeichnet! […]
Für die Deutschen gelten die Amerikaner als eine unerfahrene Armee im Gegensatz zu den Franzosen und Engländer.
Die ersten Einheiten aus den Staaten kommen September 1917 in Frankreich. Es sind die 1st und 26th US Infantry
Division befolgt von den 2nd und 42th US Infantry Division in Oktober 1917. Man schickt diese Divisionen meistens
an den ruhigen Stellungen der Front. So auch die 26th US Infantry Division, die eine französische Einheit ablöst…
Nach dem deutschen Angriff Anfang April, im Wald von Apremont, entscheidet sich die deutsche Armee, eine andere
große Aktion zu unternehmen. Und zwar diesmal in Richtung Seicheprey, gegen die Front der 26th US Infantry Divi-
sion. Das Unternehmen bekommt den Decknamen "Kirschblüte". Am 12.April werden die ausgewählten Truppen in
Ausbildung hinter der Front geschickt. Es geht nach Thiaucourt und Bouillonville. Das Üben begint am 14.April und
dauert bis am 18. Am letzten Tag, mit alle Teilnehmer wird nochmal alles geübt. Am 19.April bekommen die Soldaten
Urlaub.
Ettighoffer schreibt darüber:
[…] Von den drei Regimentern unserer Division werden die besten und erfahrensten Leute ausgesucht, etwa 600 Mann.
Es sollen je 60 Mann einen Stoßtrupp bilden. Kientz, der inzwischen zum Offizierstellvertreter ernannt wurde, führt den
rechten Flügeltrupp. Unser Zug ist fast vollzählig mit dabei. Nur einige Familienväter dürfen zurücktreten. Es wird dies-
mal eine tolle Sache geben.
Man beordert uns zurück in die Ruhequartiere nach Pannes und Essey. Wir gehen spazieren, exerzieren auch mal, üben
den Sturm an einem markierten Werk ein und geraten allmählich in Hochstimmung. […]